Montag, 26. November 2018

Brief 484 vom 16.11.1943


Mein liebstes Mädel !                                                                       16.11.43 
          
Über die Mittagszeit habe ich heute einen ausgedehnten Spaziergang gemacht und war auf dem Likawettos. Das ist ein Berg, der mitten aus der Stadt sich erhebt und annähernd 300 m hoch ist. Das hatte ich mir schon immer einmal vorgenommen. Man hatte mir aber erklärt, daß man nicht hinaufgehen kann, weil er militärisch genutzt sei.  Ich habe es aber trotz dieser Meinung versucht und mein Aufstieg ist belohnt worden. Unterhalb des Gipfels ist eine Art Gehölz, das diesem Berge etwas Leben gibt. Ich schrieb ja schon früher, daß die kahlen Berge alle tot wirken, weil eben die Bewaldung fehlt. Weiter oben wachsen dann schon keine Bäume mehr, sondern in den Schrunden und auf den wenigen Stellen, wo sich etwas Erde befindet, da wachsen dann Feigenkakteen und diese Agaven. Von oben hat man dann einen Gesamtüberblick  über die Stadt, die sich bis weit in ein breites Tal hinzieht und von dort aus bis zum Meer. Rechts und links geht sie dann bald bis an die Berghänge heran. Es ist ein ziemliches Häusermeer, das sich um den Berg herum ausbreitet Das Wetter ist ja noch so einladend für solche Spaziergänge. Jetzt kann man es schon eher wagen, etwas zu klettern, denn so heiß ist es nicht und solange es noch nicht regnet, gehe ich noch gern hinaus. _ Auch heute hat mich die Post in Stich gelassen, so daß es eigentlich nichts zu beantworten gibt. Dann wäre es eigentlich einmal an der Zeit, wenn ich noch von dem Rest meiner Reise berichten würde, der ja schon lange fällig gewesen war. Ich habe es nicht vergessen und will es auch der Vollständigkeit wegen nachholen. Beim letzten Mal war ich soweit gekommen, daß wir aus den ersten Bergen herausgekommen waren und durch die weiten Täler fuhren. Wir kamen also gegen Abend an einer kleinen Station an. Meist befinden sich bei den Stationen in der Ebene keine Ortschaften. Die sind, wie ich schon einmal erwähnte, fast alle auf den Höhen. Mitten in der Ebene steht dann eine Station. Jede ist etwas befestigt. Mit einem Bunker versehen und mit Stacheldraht eingefasst als Sicherung gegen Bandenüberfälle. Dort hausen dann einige Deutsche und führen dort ihre Dienste. Tag und Nacht rollen ja die Züge, aber die Möglichkeit der Anschläge und Überfälle ist vielfältig. Am Fuß der Berge mußten wir warten, bis uns eine Schiebelokomotive gestellt werden konnte. Nach etwa 2 Stunden rollten dann eine an und wir fingen unsere Fahrt in die Berge an. Schleife um Schleife wurde gefahren. Tunnels und Brücken zeigten die Schwierigkeit dieser Strecke an. An jedem wichtigen  ? befanden sich Sicherungen, die für den Schutz der Kunstbauten eingesetzt sind. Eingleisig zieht sich die Strecke hin. An einzelnen Ausweichstellen begegnen wir entgegenkommenden Zügen. Die Männer auf ihren Posten hausen in der Einsamkeit und haben ihre Verbindung mit der Welt nur durch die vorüberfahrenden Eisenbahnen. Unser Zug hat die letzten Zeitungen aus Belgrad dabei. Auf jedem Posten werden einige davon hinausgeworfen. Andere Kameraden warfen ihre gekauften Illustrierten Zeitungen hinterher. die mit großer Freude aufgefangen werden. Die Fahrt in die Nacht hinein begann.  Es war die Rede davon, daß eine große Brücke von den Banden gesprengt worden sein sollten, und daß wir nicht mehr weiter könnten. Andere Nachrichten lauteten, daß wir bei Nacht nicht über die Brücke im Paß der Thermopylen fahren würden und bis Tagesanbruch warten müssen. Viel zu sehen gab es nicht mehr, also habe ich versucht, etwas zu schlafen. Das gelang mir den Umständen entsprechend auch ganz gut. Aber kurz nach Mitternacht werde ich munter und gehe in den Gang hinaus. Wie ich dann von einem mitreisenden Kameraden erfahre, sollen wir bald am Pass der Termopylen sein. Der Mond war herausgekommen. Die Berge und die Schluchten sahen gespenstisch aus und man kann alles mögliche vermuten. Wieder fahren wir durch einen Tunnel und da stürzt jäh eine Wand herunter, über diesen Abgrund führt eine Brücke.  tief untern brennt ein Feuer, so daß man sehen kann, wie weit es hinuntergeht. Unser Zug donnert über die Brücke hinweg. Rechts von uns geht der Fels steil in die Höhe. In dem unbestimmten Mondlicht sieht das alles noch geheimnisvoller aus. Die höchste Höhe ist damit überwunden. Brücken und Tunnels wechseln sich immer noch ab, aber die zweite Lok ist abgehängt, so daß man weiß, daß die größte Steigung überwunden ist. Die ersten größeren Orte wie Lerissa  und Theben machen nicht gerade den besten Ein druck auf uns. Die Berge kahl, die Ortschaften sehen genau so leblos aus. Unsere Bahn zieht sich weiter durch das Gebirge, aber mit der Zeit treten die Berge weiter zurück und wir kommen in eine breitere Landschaft. Einige Olivenhaine kann man an der Bahnstrecke sehen. Auch weite Flächen sind mit Wein angebaut. Hin und wieder sieht man Tabak und Baumwolle. Die Baumwollfelder sehen zum Teil sehr kümmerlich aus.  An was das liegt, weiß ich nicht. Viehzucht ist nur sehr gering und Großvieh ist kaum zu sehen. Die Bevölkerung kommt an die Züge und bettelt um Brot. Weintrauben werden gegen Brot eingetauscht und Konserven gegen anderes Obst. Ein Hauptmann aus unserem Abteil bringt einen ganzen Arm voll großer rotbackiger Früchte an und weiß nicht, wie sie heißen. Für eine Dose Fischkonserven, sagt er lachend. Ich sage, daß es Granatäpfel sind und daß ich sie in Frankreich schon gegessen hätte. Ich muß nun vormachen, wie die Geschichte vor sich geht. Die anderen folgen meinem Beispiel. Ich trenne mir die kleineren Zwischenwände, die etwas sehr herb schmecken, heraus. Den anderen ist das zuviel Arbeit und sie essen alles mit Stumpf und Stiel, außer der äußeren Schale. Sie sind sehr süß und löschen auch vorerst den Durst.  Wenn es um das Geschäft geht und um das Verkaufen, dann kann man auch sehen, wie einige Griechen springen könne. Einer hat während der Wartezeit unseres Zuges einen Korb voll Weintrauben verkauft und läuft und kommt nochmals mit einem vollen Korb zurück. Auch davon nehmen ihm die Landser einen großen Teil ab. Der Tauschhandel mit Lebensmitteln blüht aber nur in den entlegenen Orten, je weiter wir nach Athen kommen, desto mehr wird von den Händlern Geld verlangt. Entgegen unseren Erwartungen kommen wir doch schneller unserem Ziele näher. Wir hatte nicht gehofft, nachdem es Anfang der Fahrt so langwierig war, gleich nach Mittag an unserem Ziel zu sein. Nachdem die Weintrauben und das andere Obst so billig waren, hat sich jeder mächtig eingedeckt. Zuletzt waren aber fast jedem die Sachen über. Ich habe aber mein gekauftes Quantum unerschütterlich  verdrückt und von den anderen Kameraden habe ich auch noch ein Teil übernommen, weil es mir leid tat, das Zeug umkommen zu lassen. Ich habe bedauert, daß noch ein großer Teil liegen blieb. Wie gesagt, bald kamen wir unserem Ziel näher. Die Unruhe, die immer mit dem Erreichen eines Zieles anfängt, macht sich bemerkbar. Ein jeder packt und ordnet. Schon kann man von weitem die Akropolis sehen. Die wird entsprechend bewundert, soweit das von der Entfernung möglich ist. Was wird uns wohl in dieser Stadt erwarten. Neue Befehle über das Weiterrücken oder bleibt man gar dort. Alles ist noch ungewiss. Gegen 3 Uhr rollt unser Zug ein und wir haben eine Fahrt von annähernd 100 Stunden hinter uns. Froh sind wir, daß wir das Zwischenziel erreicht haben. Alle Strapazen und Unannehmlichkeiten der Fahrt sind bald vergessen. Ein kleines Erlebnis von unterwegs will ich noch festhalten. Auf dem Bahnsteig einer kleineren Station ist ein Arbeiter beschäftigt. Er bietet ein malerisches Bild von Dreck und Lumpen. Die Hosen  hochgekrempelt und unterhalb des Knies festgebunden. Die freien Körperteile, wie Gesicht , Hände und Beine voller Ruß und Kohlenstaub. Das Gesicht aber ernst. Eine Schwester, die diesen malerischen Menschen im Bild festhalten will, springt und hält ihren Apparat. Sie bedeutet ihm, daß er doch einmal kurz stehen bleiben soll. Aber ohne sie eines Blickes zu würdigen, geht er stolz an ihr vorüber. Als sie sich wieder vor ihm aufgebaut hat, steigt er einfach zwischen den Wagen hindurch und die Schwester hat das Nachsehen. Es ist unglaublich, mit welcher Erhabenheit der Mann mit seinem finsteren Aussehen, das durch einen schwarzen Bart noch verstärkt wurde, an den Deutschen vorbeisah. Man konnte fast meinen, einen Bandenführer vor sich zu haben. Aber nach diesem Abgang von der Bildfläche blieb uns doch weiter nichts übrig, als darüber zu lachen. Damit will ich meinen Bericht über die Reise hierher abschließen. Ich hoffe, daß Du damit schon einen kleinen Einblick in das Land und das Leben bekommen hast. Über die Mensche usw. werde ich bei passender Gelegenheit einmal etwas schreiben. Lasse mich darum für heute schließen mit recht herzlichen und innigen Küssen für Dich und die Kinder.  Dein Ernst. 

Mittwoch, 14. November 2018

Brief 483 vom 14./15.11.1943


Meine Liebste !                                                                                   14.11.43       
    
Der Sonntagvormittag, der wieder mit Dienst ausgefüllt war, ist vorbei. Das Mittagessen habe ich auch hinter mir. Nun will ich mich gleich an die Beantwortung Deiner beiden Briefe vom 7. und 8. machen, die ich mit der Post heute bekam. Zuerst recht vielen Dank dafür wie auch für die Schokolade, die mit der gleichen Post eintraf. Ich probiere sie gerade und ich kann nur feststellen, daß sie wirklich ganz auszeichnet schmeckt. Also nochmals recht herzlichen Dank dafür. Von Deinem Vater bekam ich sein Schreiben vom 8., das Du ja auch erhalten hast. Er muß anscheinend ganz großes Verlangen nach Rauchwaren haben. Du hast ja auch den Durchschlag seines Schreibens an mich erhalten. Heute früh ging schon das eine Päckchen an ihn ab. Ich will nur hoffen, daß es richtig in seine Hände kommt. Das Päckchen einem anderen Kameraden, der in Urlaub geht, mitzugeben, ist nicht so einfach. Meist haben die Leute schon genug zu schleppen. Dann kommen meist die Leute aus der eigenen Abteilung dran. Das läßt sich ja auch ohne weiteres erklären. Ich hoffe, daß ich von ihm in den nächsten Tagen noch die Mitteilung erhalte, daß das von ihm verloren geglaubte Päckchen doch noch eingetroffen ist. : Nun aber zu Deinen Briefen. Ich freue mich zu hören, daß verschiedene Sendungen von mir wieder bei Dir eingetroffen sind. Ich habe sie bei mir angezeichnet, denn ich will ja auch nicht den Überblick verlieren. Wie es mir scheint, habe ich die verschiedenen Nummern durcheinandergeschmissen bzw. ich habe eine dazu geschrieben. Ich hoffe aber, mit meiner Buchführung doch noch zurecht zu kommen. Daß Du die Feigen aufhebst, ist ja ganz recht, denn ich habe ja vorwiegend Rosinen geschickt.  so daß  diese in Deinem Vorrat das Übergewicht bilden. Ich denke, daß diese aber gerade im Verbrauch ausgiebiger sin, denn zwei Feigen sind gleich gegessen. Das gibt aber schon eine handvoll Rosinen. Im Geschmack geben sie aber doch genau so viel an. Daß Du schon die ersten Mandeln erhalten hast, das ist ja fein. Vorgestern und gestern habe ich mich hier wieder einmal umgesehen, was die Sachen kosten. Ich kann Dir nur sagen, ich war einfach erschlagen. Seit meiner Ankunft sind die Waren um 2 300% gestiegen. Der Karton Seife, für den ich noch 22000 Drachmen bezahlte, kostet jetzt 70 000,. Seit dieser Zeit ist unser Wehrsold von 2400 auf 3600 heraufgesetzt worden. Daran kannst Du Dir etwa ein Bild machen, was wir mit unseren Zahlungen für Reichtümer erwerben können. Ich bin nur froh, daß ich meine paar Drachmen, die ich hatte, rechtzeitig anlegte, denn wenn man hier das Geld aufspart, dann ist man regelrecht der Dumme. Ich habe den Eindruck, daß die Lawine hier ungehemmt ihren Lauf nimmt, bis es in dieser Beziehung zu einem großen Krach kommt. Aber mein Essen habe ich ja, und die anderen Dinge kann man ja soweit beobachten.
Ja, mit Deiner Mitteilung, daß Jörg für mich etwas schafft, hast du mich ja direkt neugierig gemacht. Vor allem, wo Du noch dazu den strengen Befehl erhalten hast, mir nichts zu verraten. Das ist ja schon sehr geheimnisvoll. Das wird ja eine Überraschung geben. Lieb ist es von ihm, daß er etwas für mich schafft, und wenn er mit solchem Eifer bei der Sache ist, daß er nicht einmal zum Spielen geht, dann muß es ihm schon selbst viel Freude machen. Daß aber letzten Endes alles darauf gerichtet ist, mir eine Freude zu bereiten, das schätze ich besonders dabei. Na, ich bin ja gespannt. Und unsere Helga ist eine Puppenbastlerin geworden. Mit Deiner Hilfe macht sie nun für die Weihnachtsschau und den Verkauf schon die verschiedensten Sachen. Ich kann sie mir gut vorstellen, wie sie bei der Sache ist. Läßt sich denn niemand dazu sehen? Wenn jede soviel leistet, dann kommt doch allerhand zusammen. Diese Gemeinschaftsarbeit ist doch ziemlich nutzbringend. Außerdem bringt man den Kindern etwas Geschick aber auch Geschmack damit bei. Wie ich aber sehe, wirst auch Du ziemlich in Anspruch genommen.
Die Todesanzeige vom Schuster hat mich heute doch etwas überrascht. Während meines letzten Urlaubs sprach ich doch noch mit ihm. Wenn ich mich nicht täusche, kamst du noch dazu. Er machte mir keinen kränklichen Eindruck wie sonst. Das muß ich an ihm anerkennen, er hat sich nie merken lassen, wie krank er ist. Ich muß immer noch daran denken, wie er bei dem Paddlern so eine Rolle spielen wollte.  Er war aber damals auf eine Art ein Einzelgänger. Dann versuchte er Dir doch in einer Form zu imponieren, um mich vielleicht auszustechen. Ab das nun ernster war oder nicht, das ist ja ganz unwesentlich. Auch auf dem Amt war immer eine gewisse Rivalität zwischen ihm und mir. Ich hatte zwar nie versucht, ihm in irgendeiner Form zu nahe zu treten, aber er wollte wohl als alteingesessener Konstanzer stärkere Rechte geltend machen bei der Stadt wie ich. Leistungsfähig war er. Das stimmt, und das kann man ohne Neid sagen. diese Familie ist nun auch gänzlich ausgestorben. Das ist wohl bitter für eine Mutter. Den Mann gab sie im ersten Weltkrieg her. Ich weiß noch, wie der eine Bruder von ihm mit Kurt in der HIAG immer versuchte zu stänkern. Nun liegen sie beide im Osten. Wenn man das geahnt hätte vor Jahren.
Heute will ich mit einem Kollegen nach dem Hafen Piräus hinausfahren, um den Nachmittag noch herumzubringen. Man muß sich ja irgendwie beschäftigen. Lasse mich darum jetzt abschließen mit recht herzlichen Grüßen und vielen Küssen für Dich und die Kinder. Dein Ernst.

Mein gutes, liebes Mädel !                                                                          15.11.43  
 
Gestern habe ich wirklich einen netten Nachmittag verbracht. Ich bin mit einem Kameraden wie ich schon schrieb, nach Piräus gefahren. Dort sind wir nach einem kleinen Rundgang zum Offizierheim gelaufen. Ich muß sagen, daß das wirklich einzig am Meer liegt. Der Bau hat einem Mann gehört, der mit einer Deutschen verheiratet war. Ich glaube, daß man dort hat ziemlich sorglos hat leben können, wenn man das nötige Geld dazu gehabt hat. Das muß ja zweifellos vorhanden gewesen sein, denn sonst hätte sich diese Leute nicht dieses Gebäude dort hinsetzen lassen können, Ein einzigartiger Garten gehört auch noch dazu. Im Sommer muß das nach meiner Ansicht herrlich sein. Vor einem liegt das Meer. Halblinks sieht man die Berge und rechter Hand weitet sich die Bucht. Einzelne Inseln ragen aus dem Wasser hervor und beleben dadurch die weite Fläche etwas. Dort wurden wir für die Zeitverhältnisse ganz gut verpflegt. Wir bekamen wieder etwas Kuchen  da merkt man doch dass Sonntag ist  und Kaffee. Natürlich keinen Bohnenkaffee. Das ist aber auch nicht unbedingt notwendig.  Man freut sich auch über den anderen. Einen guten Cocnac erhielten wir auch und abends gab es noch etwas Warmes zu essen. Kartoffeln mit Senfsoße und gurke.  Das ist nun nicht weiter toll, aber wenn man seine andere Verpflegung noch daheim hat, dann ist einem das schon sehr willkommen. Wir sind dann mit der Untergrundbahn wieder in unsere Stadt gefahren und dort bin ich noch ins Kino gegangen. Der Film hieß „Altes Herz wird wieder jung“. Ich kann ihn Dir nur empfehlen, wenn er einmal dort laufen sollte. Ein heiter beschwingter Film,. Es ist nur schade, daß nicht alle Filme von der gleichen Art sein können. Es wird doch im allgemeinen viel Quatsch gezeigt, also alles in allem gesehen, war das eine schön verbrachte Freizeit. Wir hatten an unserem Tisch einige Marineoffiziere sitzen, die bei dem Unternehmen auf Leros dabei waren. Die konnten ganz interessant erzählen. Auch von den sonstigen Fahrten, die sie gemacht hatten. Ich habe einige Male dabei gedacht, wenn Du  doch auch einmal so dabei sein könntest. So kann ich Dir leider nur davon berichten. Als wir von dort draußen heimkamen, da stand noch der Mond silbern auf dem Wasser und die Sterne funkelten. Die Berge, die am Tage so klar hervortraten, waren nur noch als Silhouette sichtbar. Es war so richtig dazu angetan, daß man hätte romantisch hätte werden können. Die Wirklichkeit ist aber da und ziemlich rau und damit müssen wir uns eben alle abfinden.
Daß Du von der Frau die Kartoffeln angeboten und erhalten hast , das ist ja sehr nett, finde ich. Für Dich sind sie ja eine große Hilfe. 1 ½ Zentner Kartoffeln reichen doch wieder eine ganze Weile. Bei uns will das schon etwas heißen, wenn man uns die Kartoffeln kürzt. Wenn der Betreffende raucht, dann kannst Di ihm vielleicht einige Zigaretten zukommen lassen, dann sehen die Leute doch auch, daß man sich darüber gefreut hat und daß man das anerkennt. Ich dachte so 10 bis 20 Stück. Du kannst das selbstverständlich halten wie Du willst. Das ist nur ein Vorschlag von mir.
Das ist ja wieder der richtige Fall für unsere Motte. So Theater spielen, das ist doch ihr ein Vergnügen. Ich glaube, daß sie wieder mit Eifer bei der Sache sein wird. Hat sie denn viel zu sprechen? Na, ich werde ja wohl noch davon hören. Sie ist ja nun tüchtig in Anspruch genommen, denn mit dem Turnen, den Jungmädchen , dem Baden und den sonstigen anderen Einsätzen . Da bekommst Du sie schon nicht mehr viel zu Gesicht. Wie schnell entwachsen sie einem doch. Bald wird unser Junge auch mit diesen Sachen anfangen.
Deine Gartenarbeiten hast du nun soweit fast alle beendet. Ich weiß, daß man dann froh ist, daß man es wieder geschafft hat.  Mir ging es dann aber immer so, daß ich von der Arbeit des vergangenen Jahres dann immer erst genug hatte. War aber dann eine gewisse Zeit vorbei, dann fing man einmal da an herumzustochern oder dort gab es etwas zu ergänzen. sobald dann wieder anfingen die Stachelbeeren zu treiben, dann hielt ich die Zeit für gekommen, daß ich mich des Verschneidens annehmen musste und daß der Winterschlaf vorbei sei.
Was wolltet Ihr denn in Stahringen noch besorgen? Wolltet Ihr nochmals Obst holen? Daß Du Dich da zuerst geärgert hast, das kann ich Dir nachfühlen. Man ist erst darauf eingestellt, und dann tritt so schnell die Reaktion auf die Änderung des Vorhabens ein. Wie Du schreibst, hat sich Dein Zorn dann bald wieder gelegt. Dann ist es ja gut. Man sieht aber doch, daß Vater auch wieder an Euch gedacht hat. Pech war es allerdings, daß er vergeblich nach dem Fisch angestanden hat. Ist es denn jetzt mit seiner Erkältung besser beworden? Ich denke doch, daß er nun etwas dagegen getan hat. Er will eben immer noch versuchen und zusehen, wie weit sein Körper noch widerstandsfähig ist. Ich weiß, daß er Zäh und anspruchslos is, aber im allgemeinen ist die Ernährung nicht so kräftig und dann macht sich ohne jeden Zweifel das Alter spürbar.
Lasse Dich wiederum herzlich grüßen. Ich gebe Dir noch einige Küsse dazu und denke so oft an Dich. Dein Ernst.

Dienstag, 13. November 2018

Brief 482 vom 12./13.11.1943


Meine liebste Annie !                                                                12.11.43     
        
In der Postzustellung scheint eine Ruhepause eingetreten zu sein.  Heute kam nichts an. Ob etwas für morgen in Aussicht steht, das weiß man noch nicht.
Ich will mich aber noch über den Rest der gestern eingegangenen Briefe hermachen und noch beantworten. Also die Weihnachtsbücherbestellung für die Kinder hast Du schon aufgegeben. Ja, man muss sich in diesen Zeiten rechtzeitig dranhalten, damit man diese wenigen Sachen noch bekommt. Vielleicht hast du Glück mit dem, was Du dann erhältst. Die Zulassungsmarken hast Du wohl von mir erhalten. Es sind die für November und Dezember zusammen. Die nächsten erhalten wir erst im Januar. Wie ich höre, sollen ja auch die Paketsendungen im Reich gesperrt sein. Das wäre recht ungeschickt. Ich hatte doch wieder ein Paket aufgegeben. Wenn der Betreffende das Paket nicht los wird, dann gingen wahrscheinlich die Zitronen kaputt. Ich bin nur froh, daß ich das entsprechend verpackt habe, so daß aller Aussicht nach die anderen Sachen nicht verderben. Wollen wir das beste hoffen. Ich hätte wieder eine Kleinigkeit, die ich in diesen Tagen aufgeben könnte, aber ich werde davon absehen, denn das Risiko ist mir dann doch zu groß.
Daß Du keinen Dünger für den Garten erhalten kannst, das ist sehr schade. Die Arbeit des Heranholens von Mist ist ja nicht so schwer wie das Gülleschleppen. Ich weiß, daß das auch kein Kinderspiel ist, diesen Mist heranzukarren, aber immerhin es ist doch etwas anderes, ganz abgesehen davon, daß der Wert für den Boden unbedingt größer ist. Vielleicht hast Du doch noch Erfolg. An was liegt denn das, daß Du das nicht bekommst. Muß man dazu auch schon Beziehungen haben ? Eine Schachtel Zigaretten würde da vielleicht Wunder tun. Man kennt das ja, wie das so in der Heimat üblich ist. Ich bin gespannt, ob Du aus dem Mantel für unseren Jungen einen Lodenmantel herausbekommst. Es wäre sicherlich nicht schlecht und auch ganz warm. Man muß sich durchhelfen und ich weiß ja, daß Du darin Meister bist.  Protzig konnten und haben wir unsere Kinder nicht angezogen, aber sauber und ordentlich waren sie immer gekleidet. Besonders jetzt in den Kriegszeiten ist man froh, wenn man weiß, daß das möglich ist und daß die Frau sich zu helfen weiß.
Für Deinen Vater habe ich heute einige Rauchwaren zusammengepackt. Ich habe noch eine Schachtel Zigaretten gekauft. Wenn er das Päckchen erhält, dann käme es nach meiner Berechnung etwa kurz vor Weihnachten an. Dann kann er sich nicht beklagen, denn dann hat er etwas über die Feiertag zu rauchen.  Die Abrechnung der Sparkasse habe ich mir durchgesehen. Die Zahlungen sind ja jeden Monat immer die gleichen. Trotz der einzelnen Sonderausgaben hast Du nun noch einen kleinen Betrag gespart. Das ist eine kleine Rücklag, auf die Du immer zurückgreifen kannst, wenn Di einmal etwas besonderes zu bezahlen hast. Dadurch brauchst Du die anderen Sparbeträge nicht anzugreifen.
Vor einigen Tagen erhielt ich ja von Dir den Brief, in dem Du mir mitteiltest, was Paula an mir bemangelt. Wenn ich die ganze Angelegenheit als unwichtig betrachte  ich meine in Bezug auf unser Verhältnis zu ihr  so hat sie mir doch Anlass zum Dank gegeben. Du mußt das richtig verstehen, wie ich das meine. Sie sagt beispielsweise, sie hätte mich gekannt, als ich noch Kind war. Das stimmt durchaus. Dann braucht sie nicht so überheblich zu tun, denn ihr Kurt und unser Kurt waren ja in ihrer Art gleich geblieben. Das stimmt und es stimmt auch nicht. Ich habe meine Charakterzüge nochmals überprüft und glaube, keine Änderung grundsätzlicher Art bei mir entdecken zu können. Du kennst mich ja auch schon seit einer Reihe von Jahren. Ist Dir vielleicht aufgefallen, daß ich mich überheblicher zeige, als ich es früher war oder daß ich anderen Menschen gegenüber überhaupt mich überheblich gebe? Wenn ich mich nicht jedem anschließe und nicht gleich mit jedem Menschen gut Freund bin, wenn ich mir nicht in meinem Laden hineinsehen lasse und nicht jede Person in die Wohnung nehme, so ist das doch keine geringe Schätzung der anderen, sondern nach meinem Dafürhalten nur eine Absonderung und eine Art Selbstschutz gegen nun einmal gemacht schlechte Erfahrungen. Wir wollen uns doch an die Praxis halten und uns einmal hineindenken, wie es geworden wäre, wenn meine liebe Tante öfter Gelegenheit gehabt hätte, uns in unserem Kram hineinzureden. Wir haben es ja jetzt erst wieder erlebt, daß sie versucht hat, auf meinen Vater einen Einfluss auszuüben, um wieder einen Keil zwischen unser Verhältnis zu ihm zu treiben. Ist das etwa ein schöner Charakterzug? Na, und wenn ich an dem Ton , der nun bei ihr herrscht und den sie ihren Äußerungen auch über uns verwendet, nicht festhalte sonder mich befleißige, in unserer Familie so was nicht aufkommen zu lassen, so ist das doch keine Herabsetzung ihrer Person. Ich habe ja seinerzeit den Verkehr zu ihr abgebrochen nicht etwa wegen diesen nicht gerade hervorstechenden Qualifikationen, sondern lediglich deshalb, weil sie in meinem Verhältnis zu Dir eine Standpunkt einnahm, der mit nicht zusagte. Wir haben doch schon manchmal versucht, diese ganze Angelegenheit etwas auszugleichen. Ich musste aber immer wieder feststellen, daß nur Paula hochnäsig war. Ich habe ja keine Veranlassung zu Kreuze zu kriechen, denn sie hat mir ja in all den schweren Jahren, die wir durchgemacht haben, nicht weiter zur Seite gestanden Das, was ich jetzt erreicht habe, musste ich ja alles ohne fremde Hilfe schaffen. Ich bin ihr also in keiner Weise zu Dank verpflichtet. Wir wollen die Dinge doch nicht auf den Kopf stellen, sondern so sehen, wie sie sind. Eher fühle ich mich Nannie gegenüber noch in der Schuld, denn sie hat die Jahre vorher immer mit uns durchgehalten. Es waren Jahre, die für sie nach meiner Auffassung nicht leicht waren. Ich denke nur an die Inflation und an die Arbeitslosigkeit meines Vaters. An den Fall mit unserem Walter, an die Zeit, wo wir allein waren und mein Vater damals schon in Konstanz eine Arbeit hatte.  Das Haushaltsgeld war nicht riesig. Man hat es ja nicht von ihr verlangen können, sie hat es ja freiwillig oder aus einer inneren Verpflichtung heraus getan. Ich sage dies nur, um einmal diese Dinge gegeneinander abzuwägen und sie gegenüberzustellen. Wenn ich auch immer schon gewusst habe, wie ihre Einstellung zu uns ist, und wenn ich auch manchmal schon Anlass gehabt hatte, mich früher über das eine oder andere zu ärgern, so lässt mich diese Sache hier ganz kalt. Du wirst das ja auch aus meinen Zeilen herausmerken. Ich stelle diese Dinge ganz nüchtern fest. Eine andere Sache wird mir aber auch jetzt klarer und das ist die Stellung unseres Kurt zu uns. Sie muß ihm das doch in gleicher Weise klargemacht haben und ihn kopfscheu dazu. Daher kam es, daß er auf Vorschläge von ihr viel eher einging und unsere Meinung meist beiseite schob. Daß sie ihm damit nicht immer die besten Dienste geleistet hat, das ist ihr wahrscheinlich nicht weiter zu Bewusstsein gekommen. Wir ändern an dem Vergangenen nichts mehr, aber es lohnt sich doch, dies einmal in diesem Zusammenhang festzustellen. Ich glaube, daß Du Dich meiner Meinung anschließen kannst, denn ich habe dies, wie ich schon eben erwähnte, ganz ohne Schärfe überlegt und niedergeschrieben.
Lasse mich schließen, denn heute habe ich nichts weiter zu berichten. Ob Du mit Vater über diese von mir eben ausgeführten Sachen sprechen willst, das überlasse ich ganz Dir, denn es ist ja nichts dabei, was nicht so ist, wie es sich tatsächlich gegeben hat. Recht viele liebe Grüße sende ich Dir, den Kindern und auch Vater. Einen kräftigen, herzhaften Kuss gebe ich Dir, allerdings nur einen geschriebenen. Dein Ernst.


Mein lieber Schatz !                 13.11.43

Ich setze meinen Gruß an Dich meinem heutigen Schreiben voran.  Mir geht es soweit ganz ordentlich. Den Durchmarsch werde ich zwar nicht ganz los, aber ich fühle mich nicht schlecht dabei. Wenn es nicht schlimmer kommt, dann kann man es noch aushalten.
Post ist auch leider heute nicht angekommen. Für morgen ist welche zugesagt, hoffen wir, daß sie durchkommt.
Heute Nachmittag habe ich an eine Führung, die durch einen Kamerad auf der Akropolis stattfand, teilgenommen. Man kann sich diese Sachen schon mehrere Male ansehen und man wird immer wieder neue Eindrücke gewinnen. Der Betreffende ist hier als Archäologe tätig und kennt sich etwas in diesen Dingen aus. Man bekam doch wieder so einige neue Hinweise, die ganz interessant waren. Bei Gelegenheit gehe ich nun einmal allein hinauf, um mir das alles in Ruhe anzusehen. Bei solchen Führungen ist doch immer eine gewisse Hastigkeit. Dann wird immer der Besuch der Akropolis bei Nacht und Mondschein so gerühmt. Das werde ich mir auch einmal vornehmen.
Ich bitte Dich, heute mein Schreiben schon schließen zu dürfen, denn ich bin mir den Gedanken nicht ganz bei der Sache. Morgen, zum Sonntag, werde ich dann wieder wie üblich schreiben. Es muß ja schließlich nicht immer das genau festgelegt Maß sein. Der Gruß und das Zeichen dafür, daß ich Diner gedacht habe, genügen ja schließlich auch einmal. Mit vielen Küssen und recht lieben Grüßen bin ich Dein Ernst.

Samstag, 10. November 2018

Brief 481 vom 10./11.11.1943


Mein liebstes Mädel !                                                                    10.11.43   
        
Außer Deinem Brief vom 31.10., den ich am 8.11. erhielt, habe ich seither keine Post erhalten. Wahrscheinlich kommt dann wieder einmal ein Schwung zusammen. Von Deinem Vater erhielt ich gestern den Rundbrief, auf den ich dann noch mit eingehen und den ich in den nächsten Tagen beantworten werde. Heute habe ich wieder einmal Anlass zurückzudenken und zwar an die Zeit vor einem Jahr. Vor einem Jahr hatte ich meinen Urlaub beendet. Ich kam nach Charkow zurück und musste die Feststellung machen, daß mein quartier abgebrannt war. Das war schon eine weniger angenehme Überraschung und der Eindruck war auch nicht gerade angenehm. Wenige Tage vorher kam ich das erste Mal nach Kiew. Es war dort und auch unterwegs während der Fahrt empfindlich kalt. Daß wir dieses Gebiet ein Jahr später aufgeben müssten, hätte man damals sich nicht träumen lassen. Gerade in diesen Tagen, wo soviel davon die Rede ist, muß man so oft daran denken, wie man sich dort aufgehalten und was man dort geleistet hat. Nach der gestrigen Rede zu schließen, wird sich die Front wohl langsam stabilisieren. Wenn die Vergeltungsschläge für all das, was wir hinnehmen mussten, vorbereitet worden sind, dann wird auch für uns wieder die Zeit kommen, wo wir triumphieren können. Es ist ein tiefes Tal, das wir gegenwärtig durchschreiten müssen, aber da müssen wir die Herzen zusammennehmen und dürfen nicht klein werden. Daß Du keine Ausrichtung von mir nötig hast, das weiß ich, denn Du weißt ja, um was es geht und Du bist ja in den vergangenen Jahren durch die Ereignisse hart geworden, um alles so zu nehmen, wie es nun einmal die Zeit erfordert. Wie ich aus einer kurzen Notiz Deines Vaters erfahre, soll Siegfried nun doch aus Italien mit seiner Einheit herausgezogen worden sein, und sich auf dem Wege nach dem Osten befinden. Ich bedauere das sehr, denn es ist keine erfreuliche Tatsache, von dieser an sich noch gemäßigten Gegend mit einigermaßen warmen Wetter in den beginnenden Ostwinter hineinzukommen. Ich würde gern an seiner Stelle hinübergegangen sein, denn erstens bin ich schon einmal auf diese Verhältnisse eingerichtet und ich kenne mich dabei etwas aus, und dann war ich ja im allgemeinen immer noch so eingesetzt, damit mit einer unmittelbaren Gefahr für mich nicht zu rechnen war. Ich wünsche ihm jedenfalls zu dieser Verwendung alles Gute, denn ich weiß ja, was das heißt, sich dort auf die Dauer aufzuhalten.  Auf Deine Anfrage, ob Du mir Deine Briefe auch nur aller zwei Tage zusenden sollst, kann ich wohl unter den gegebenen Umständen mit ja beantworten. Denn ich sehe, daß sie immer truppenweise hier einmarschieren. Wir können es einmal versuchen, ob sich das als praktisch erweist, wenn das nicht der Fall ist, dann kann man das ja immer noch abändern. Ich habe heute keine Post und gestern gab es auch keine. Ein Beweis, daß sie entweder irgendwo gesammelt wird, oder daß eben nicht alle mit der Luftpost befördert wird.
Gestern war ich wieder im Kino. Ich habe den Film „Die Gattin“ gesehen. Es war ein Film, der sich ganz gut ansehen lässt. Manche Sachen sind etwas stark herausgestellt, aber mir war es so, als sei das mit Absicht geschehen, um zu zeigen, was eine Frau zu opfern und zu leiden imstande ist. Du musst nun nicht denken, daß der ganze Inhalt traurig oder schwer gestaltet ist. Im Gegenteil, etwas flott und im großen ganzen nicht verstaubt. Er bringt wohl einige Lehren aber doch nicht in schulmeisterlicher Art. Das hat mir daran so gut gefallen. Zwei weitere Filme stehen mir in dieser Woche noch offen, die ich auch besuchen werde. Ja, meine Vergnügungssucht treibt schon Blüten, wirst Du denken. Aber man muss ja etwas treiben und wenn sich die Gelegenheit so bietet, dann nehme ich sie wahr.
Hast Du eigentlich einmal an die Abschrift der Nachricht von der Einheit von Kurt gedacht? Da ich dies bis jetzt noch nicht bekommen habe, muss ich wohl annehmen, daß Du diesen Brief bisher nicht erhalten hast.
Das Wetter ist immer noch annehmbar. Fest geregnet hat es noch nicht. Es ist aber anzunehmen, daß dies noch stärker eintreten wird nach dem, was mir hier erzählt wurde. Das ist ja hier in den Hauptverkehrsstraßen sehr günstig. Die Fußsteige sind von den Häusern her meist überdacht, so daß man ziemlich trockenen Fußes bis ins Hotel kommen kann. Wenn Du das Bild ansiehst, das Du von unserem Haus dort hast, dann kannst Du das sicherlich darauf erkennen. Ich betone aber, daß dies nur an den großen Geschäftshäusern  und an den Hotels so ist. Immerhin recht praktisch. Im Sommer spendet das etwas Schatten und in der Regenzeit schützt es auch etwas. Die wenigen Spritzer, die es bis jetzt gegeben hat, die richten ja noch nicht viel an.. Lasse mich nun wieder abschließen. Nimm  viele Grüße entgegen und sei Du recht herzlich geküsst von Deinem Ernst.

Mein bester Schatz !                                                                             11.11.43 

In Friedenszeiten galt der heutige Tag als Fastnachtsanfang. Was war das doch immerhin für ein geruhiges Leben, das man damals geführt hat. Man hat es aber nicht so erkannt. Der Ernst der Zeit erfordert, daß man sich nicht lange mit solchen Gedanken befassen kann. Aber zuerst recht vielen Dank für Deine Schreiben vom 2., 3., und 4.11., die ich heute erhielt. Die Socken sind auch wieder angekommen. Wie kommst Du dazu zu fragen, ob Du es recht gemacht hättest. Habe ich je schon Veranlassung gehabt, mich darüber zu beklagen? Die beigefügten Bilder haben mir wieder ganz gut gefallen, und ich muss immer wieder sagen, daß es doch einen Zweck gehabt hat, daß wir deshalb gelaufen sind, wenn wir auch mächtig darum schwitzen mussten.
Ich habe mich heute über Mittag hingesetzt und habe Deinem Vater wieder einmal ausführlich geschrieben. Ich fühle mich dazu verpflichtet schon allein deshalb, weil er mir doch immer die Zeitungen schickt. Wenn dann so ein Schwung zu bestätigen ist, dann habe ich keine Ruhe mehr. Ich hoffe, daß Du mit allem einverstanden bist. Wegen der Zigaretten habe ich mich der Sprache Deines Vaters bedient. Ich habe das mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt. Dir hat er ja ziemlich angehängt, als Di in Deinem letzten Brief seine Frau vergessen hattest. Das ist ja kein Beinbruch und so welterschütternd ist das bestimmt nicht. Da sieht man darüber hinweg und der Fall ist erledigt.
Wie ich sehe, bist Du mit dem Garten so ziemlich fertig. Ich meine, was den großen anbelangt. Ich freue mich immer wieder, mit welchem Geschick Du das immer wieder anpackst. Ohne das besonders hervorheben zu wollen, aber ich muß schon sagen, daß Du Dich ja in all de anderen Arbeiten schön hineingefunden hast. Ich denke da vor allem an die Schuhmacherei, die „ich früher immer erledigen musste“  beim Schuster allerdings.
Auch die anderen Sachen, die es im Haushalt zu erledigen gibt, hast Du immer sehr fein fertiggebracht. Du schreinerst und ersetzt den Elektriker. Mit dem Wasserleitungshahn wolltest du ja auch anfangen. Wenn ich Dir nicht davon abgeraten hätte, würdest Du ihn wohl auch noch repariert haben. Mein Loblied brauche ich nicht weiter erschallen zu lassen, denn die Dinge sprechen selbst für Dich.  Daß wieder ein Päckchen eingetroffen ist, freut mich sehr,. Ich dachte schon, daß die Sämereien abhanden gekommen wären. Ich will noch einmal das beste hoffen. Wegen der übrigen Samen will ich zusehen. Die entsprechenden Übersetzungen habe ich mir besorgt. Ich bin gespannt, was Du dann aus diesen Sachen heranziehen kannst. Da wirst Du womöglich Dein blaues Wunder erleben. Reichen die gesandten Sachen oder brauchst Du noch mehr? Ich habe nicht mehr jetzt so die Übersicht. Vorgestern und gestern habe ich je ein Päckchen mit getrocknetem Brot abgesandt, wie ich schon angekündigt hatte. Sie haben die laufende Nummer 9 und 10. Das der Ordnung halber.  Das Rheuma ist inzwischen wieder weggegangen. Ich dachte, als mich im letzten Sommer so fest eine Biene gestochen hatte, daß das jetzt ausbleiben würde, weil man doch sagt, daß das gut dagegen sei, aber anscheinend muß man sich doch einige Bienen selbst halten, damit man dann die nötige Menge in den Körper bekommt.  Die kleinen Päckchen bis 250g, die können wir hier wegschicken , weil ja die anderen Kontingente beschränkt sind. Ich kenne aber den Postmenschen, der mir die Sachen aber auch so abnimmt.
Unser Herr Jörg hat also von einem Soldaten Senge bekommen,. Das wird er wohl verdient haben, nachdem es verboten war, über diese Wiese zu laufen. Nach seiner Veranlagung kann ich mir seinen Zorn vorstellen. Aber sein ganze Protest wird ihm da nicht viel genutzt haben. Die Sparkassenabrechnung sehe ich mir einmal durch . Ich will einmal feststellen, wie Du gewirtschaftet hast. Die Kälte fängt sich an bemerkbar zu machen bei Euch. Wenn Du jetzt die Kartoffeln und die Kohlen da hast, dann hast du ja in dieser Hinsicht keine Sorgen. Das Fenster hat Dir Frau Nußbaumer auch wieder freundlicherweise eingesetzt, dann hast Du diese für Dich schwierige Arbeit auch hinter Dir.
Zur Abwechslung war ich gestern endlich wieder einmal im Kino. Ich muß sagen, daß ich mich sehr nett dabei unterhalten habe. Es wurde der Farbfilm gespielt „Das Bad in der Tenne“. Ich kann nur feststellen, recht spritzig und sehr temperamentvoll. Ich habe wirklich manchmal so recht lachen können, weil alles so schön abgestimmt war. Farben wirken ja ziemlich belebend, aber sie sind doch immer noch etwas sehr hart. Wenn dieser Film dort einmal gespielt werden sollte, dann könnte ich ihn Dir bestimmt empfehlen.
Eigentlich hast du ja heute allerhand zu lesen, denn der Brief an Deinen Vater enthält ja auch noch einige Dinge, über die ich nicht mehr besonders schreiben brauche. Nimm Du recht herzlich Grüße entgegen und grüße auch die Kinder wie Vater. Dich küsse ich ganz fest und bin dann wie immer Dein Ernst.

Freitag, 9. November 2018

Brief 480 vom 08./09.11.1943


Mein gutes liebes Mädel !                                                                    8.11.43   
       
Vom gestrigen Sonntag hätte ich noch nachzutragen, daß ich am Nachmittag mich einmal ganz schön an Kuchen sattgegessen habe. Ich war in einem Offiziersheim, wo es ab und zu am Sonntag Kuchen gibt. Meist bekommt man ja nur ein Stück, aber gestern ließ es sich so einrichten und ich erhielt drei Stück. Es war nicht schlecht zubereitet, wenn es zwar nicht so wie im Frieden war, aber es schmeckte wirklich gut. Einschließlich Kaffee und Trinkgeld hat das dann 40 Pfennig gekostet. Da kann man doch nichts sagen. Ich schreibe Dir diesmal auch deshalb, damit Du siehst, daß ich mir etwas gönne, Du musst mir aber dabei nicht übel nehmen, wenn ich mir das so heraussuche. Daß ich nicht die unverschämt hohen Preise bezahle, die im freien Handel verlangt werden. Das reicht bestimmt für die laufende Woche, was ich dort erhielt. Ich muss eben Obacht geben, wenn sich wieder einmal eine solche Gelegenheit ergibt. Man schlängelt sich so durch und sieht zu, wie man zu etwas kommt. Wahrscheinlich ist es jetzt so, daß ich nicht zufrieden bin, wenn ich nicht jeden Film zweimal angesehen habe. Ich war den anderen Kameraden zuliebe nochmals mit in dem Film „Die Sache mit Stimmung“ gegangen. Er war ja nicht gerade schlecht, so daß man ihn sich zweimal ansehen konnte. jetzt reicht es mir aber. Das war also wieder der Sonntag. Wenn ich dann vom Kino nach hause komme, dann lese ich noch bis gegen Mitternacht, denn ich habe noch allerhand Stoff zu verarbeiten. Die vielen Zeitungen  und die verschiedenen Heft, die ich allein von Deinem Vater bekomme, muß ich doch alle durchschwarten, sonst wäre doch alle seine Arbeit umsonst. Ich mache es aber auch aus Interesse, denn ich muß mich irgendwie beschäftigen. Ein Heft geht übrigens wieder an Dich mit weg und zwar mit der morgigen Post. Mein Wunsch, mich wieder etwas zu betätigen mit einigen Gebieten, die außer des alltäglichen Lebens liegt, wird nicht überall geteilt. Ich fragte darum, ob ich für die kommenden Samstage freibekommen könnte. Mit allen möglichen Ausflüchten hat man es mir nicht gerade abgelehnt, aber immerhin hat man mir zu verstehen gegeben, daß es nicht gern gesehen wird. Es wäre doch so, daß die anderen dann mit gleichen Wünschen kommen würden und so ähnlich. Ich hatte mich schon bei den anderen Leuten hier befragt, ob sie mittun wollen, was aber fast allgemein auf wenig Interesse stieß. Es sind ja nur zwei Stunden, die ich am Samstag fehlen würde. Aber da sind nun so einige Stänkerer, die sich dabei wohl fühlen, wenn sie etwas bestimmen dürfen. Mich können diese Leute ja nicht weiter stören. Ich glaube kaum, daß ich noch viel deshalb frage, denn dann vergeht einem der Appetit zum fragen.  Aber nun muß ich mich für Deinen lieben Brief bedanken, den Du am 31. 10 geschrieben hast, den ich heute erhielt. Also, die Bilder machen mir jedes mal Spaß wenn die neue Serie ankommt. Mit den Bezahlungen von Dir bin ich bis jetzt nicht einverstanden. Ich denke, daß Du auch bei den anderen die Wahl immerhin so glücklich getroffen hast. Diesmal bist Du ja auch in den verschiedensten Spielarten getroffen und ich muß sagen, daß mich das sehr freut. Der Spaß wäre für mich halb so groß, wenn wir damals nur von mir allein hätten aufnahmen machen lassen. Deine Kopfhaltung ist typisch für Dich. Ein wenig zur Seite geneigt. Einmal mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einmal schaust Du mich prüfend an, das andere Mal siehst Du halb ernsthaft und dann presst Du den Mund zusammen, wie wenn Du so still für Dich lächeln wolltest. Ich muß sagen, das hat wirklich gut geklappt. Du siehst jedenfalls sehr lebendig aus und das ist ja so schön.  Du wirkst sehr natürlich und das macht die Bilder für mich sehr wertvoll. Kurz gesagt „extra prima“. Ich finde, daß Du Dich im allgemeinen gut fotografieren läßt und im besonderen, wenn ich dabei bin. Na, wie habe ich das wieder hingedreht?
Auch „extra prima“? Auf Deinen Brief gehe ich morgen mit ein, denn das gibt ja einen Doppelbrief. Lasse Dich recht herzlich und innig küssen und sei dazu vielmals gegrüßt von Deinem Ernst.

Meine liebste Frau !                                                                                     9.11.43

Post habe ich heute keine von Dir erhalten. Aber ich habe ja noch den von gestern zu beantworten. Du bekommst mein Schreiben also meistens auf einen Ruck. Das ist ja teilweise schön und andernteils wieder weniger. So hast Du immer einen ganzen Schwung auf einmal zu lesen, doch vorher musst Du eben entschieden länger warten. Aber meist bekommst Du ja meine Schreiben ziemlich schnell. Es ist aber besser, wenn Du dann einen Teil zusammen erhältst, wie wenn einer normal einläuft und die andren hinken hinterher und rollen so nach und nach an. Findest Du nicht auch ?
Den Kartoffeln geht es anscheinend zu wohl, wie Du schreibst. Sie fangen wieder an auszuschlagen. Ja, das verkehrte Wetter spielt da schone eine große Rolle. Es ist deshalb gut, wenn Du im Keller die Fenster noch solange offen hast, bis entsprechende kalte Witterung eintritt, daß sie sich das abgewöhnen. Es ist ja mit Rücksicht auf die Heizung günstig, wenn es noch nicht so kalt ist, aber auch hier kann man da sehen, das jedes Ding seine zwei Seiten hat. Wenn wir nach dem Kalender schon bald mitten im November stehen, so ist es wohl für die hiesigen Verhältnisse herbstlich und kühl, aber man hat nicht so das Gefühl, daß es nun doch auf Weihnachten zugeht.  Die Frauen haben hier wohl ihre Sommerkleider in den Schrank gelegt und laufen nun zum Teil mit so einer Art Übergangsmänteln herum, aber kalt  ist es hier noch nicht. Wenn man mittags in der sonne spazieren geht, dann kann man noch ziemlich ins Schwitzen kommen.
Mit dem Brot habe ich es immer so gehalten, wie ich Dir es schon einmal schrieb. Das war doch recht so, wie ich es immer geschnitten hatte, oder ist das noch zu dick? Heute habe ich ein Päckchen mit Brot an Dich abgehen lassen. Es hat die Nummer 9 und morgen oder übermorgen werde ich die Nummer 10 ebenfalls mit getrocknetem Brot an Dich abschicken. Wenn ich dann wieder etwas zusammengespart habe, dann schicke ich es Dir dann zu. So wie lese, gehst Du mal mit dem Öl ziemlich sparsam um. Es freut mich aber, daß Du doch immerhin noch etwas Fett da hast. Wenn ich aber hier welches günstig bekommen kann, dann lasse ich mir das nicht entgehen, darauf kannst Du Dich verlassen.  Ich schrieb Dir vor einigen Tagen wegen Briefmarken. Die kannst Du ja Deinen Briefen so nach und nach mit beifügen, denn es ist ja nicht notwendig, daß Du nun diese in einem besonderen Päckchen absendest. Nun bitte ich Dich noch um folgendes. Kaufe doch beim Holliner auf dem Bodanplatz einen Katalog nur über Deutschlandmarken. Das ist eine gekürzte Ausgabe. Wenn Du dann noch so lieb wärst, dann kannst Du ja die Marken, die ich in meinem Album habe anhaken. Vielleicht nach gestempelten und ungestempelten. Du versiehst dann jeweils die entsprechende Marke mit zwei bestimmten Zeichen. Jetzt zwinge ich Dich nun doch noch in den Briefmarkenkram hinein. Aber ich würde dies ja nicht brauchen, wenn ich das vorher gewusst hätte. Vielleicht nutzt es etwas.
Was Deine Anfrage wegen Erna anbelangt, so wäre ich an sich damit einverstanden, daß Du ihr einige Rosinen schickst, aber dann doch nur von den offenen. Du musst aber ihr vorher darum schreiben, ob sie keine hat. Ich glaube für Deinen Vater reicht es dann nicht mehr, denn sonst verzettelt man sich zu sehr. Das wäre nicht so schlimm, wenn man unbeschränkt kaufen und schicken könnte.
Gestern kam nun das eine Päckchen von Dir mit Verpackungsmaterial an und heute rollte schon das zweite auch noch ein. Ich glaube, jetzt sind doch nun alle Sendungen von Dir eingetroffen. Jetzt komme ich ja nicht gleich in Verlegenheit. Ich hoffe, sie aber in nächster Zeit doch noch voll packen zu können. Wenn ich Glück habe, werde ich bald damit aufgeräumt haben.
Da fällt mir noch ein, daß ich die Angelegenheit mit der Bausparkasse noch zu erledigen habe. Soviel ich mich erinnere, ist außer einen Abzuges auch noch ein Schreiben angekommen, das ich einmal hier hatte. Habe ich das schon wieder mit zurückgesandt? Den Abzug habe ich noch hier, doch damit allein kann ich nicht viel anfangen. Schreibe mir doch bald noch einmal darüber.
Gestern habe ich mich wieder einmal der Familienforschung angenommen. Diesmal handelt es sich um Deine Linie. Nach Dittersbach, Böhmisch-Kamnitz, Bautzen und Neu-Salza habe ich geschrieben. Ich bin gespannt, was für Bescheid ich von dort erhalten werde.  Ich will jetzt nun wieder einmal abschließen.  Ich küsse Dich recht herzlich und bin mit vielen Grüßen an Dich und die Kinder wie immer Dein Ernst.

Montag, 5. November 2018

Brief 479 vom 06./07.11.1943


Meine liebste Annie !                                                                   6.11.43   
        
Wenn das so weitergeht, dann muß ich jede Woche mindestens einmal einen besonderen Einsatz haben. In der vergangenen Woche war doch das mit der Kommunistenversammlung und gestern, als ich vom Kino nach hause gehe, sehe ich doch da einen Brand. Viele Soldaten stehen herum und sehen zu, wie es brennt. Ich frage den einen, ob die Feuerwehr alarmiert sei. Er sagt mir darauf, das ist doch bei den Griechen.  Ich habe mich gleich erkundigt, wo das nächste Telefon ist und habe dafür gesorgt, daß die Feuerwehr hinkommt. Dann bin ich hingegangen, um zu sehen, was sich weiter machen lässt. Ein Teil der Landser stand vor dem Gebäude, es war ein Cafe zu ebener Erde, aber immerhin ein fester Bau. Ein mit einer Kette verschlossenes Tor haben wir dann gemeinsam aufgesprengt, um zu sehen, ob sich etwas machen lässt. Da es aber ohne Spritze fast keinen Zweck gehabt hat, haben wir es sein lassen bis die Feuerwehr kam, die dann bald eintraf. Es hat immerhin ganz nett geprasselt, das kann man sagen. Als es nichts mehr zu tun gab, bin ich dann nach hause gepilgert. Wenn ich mich weiterhin so um das Allgemeinwohl verdient mache, dann muss ich schon noch Ehrenbürger in Athen werden. Bist Du etwa anderer Meinung?
Nun noch vielen Dank für Deine beiden Briefe vom 18. und 29.10. ,  die ich gestern erhielt. Die vorgebrachten Wünsche habe ich mir notiert. Ich werde sie nach Möglichkeit erfüllen. Du weißt ja, von was das alles abhängt. Aber ich werde es schon machen. Die weiteren Bilder, die von Dir und von mir dabei waren, finde ich auch ganz gut getroffen. Man kann sie sicherlich ganz gut verwenden, wenn sie vergrößert sind. Ich sehe sie mir immer wieder an, weil sie mir Spaß machen. Wenn ich dann alle beieinander habe, werde ich sie Dir dann wieder nach und nach zurückschicken.
Was für Dich die Äpfel gekostet haben, das hast Du mit ja in einem dieser Schreiben mitgeteilt. Ich hatte ja kürzlich danach gefragt. Ich glaube bald, daß ich es unterlasse, irgendwelche Fragen zu stellen, denn meist klärt sich das in einem der ausgebliebenen Briefe auf. Wenn Vater so darüber spricht, daß die Äpfel nicht erste Sorte gewesen wären, so muß man dem nicht die Bedeutung weiter beimessen. Er sagt das ja nur, um etwas zu sagen. Er ist nun einmal so kritisch eingestellt. Schließlich kann man ihm das Obst heute nicht malen.  Er sollte einmal sehen, wie hier damit umgegangen wird. Die Preise sind trotz der minderen Qualität immerhin noch so hoch, daß man bei uns daheim sich keinen Apfel leisten könnte. 12 000 Drachmen das Oka. Das sind nach deutscher Währung 5,-RM für 1 ¼ kg. Unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Kurses. Es besteht ja Aus sicht, daß der Kurs hu unseren Gunsten wieder etwas verbessert wird, auf die Dauer verspreche ich mir aber nichts weiter davon.
Mit den Kartoffeln habt Ihr diesmal ja ziemliche Scherereien und Warterei gehabt. Im letzten Jahr konnte ich sie auch noch mit ran besorgen. Wir mussten ja auch warten, aber doch nicht so lange. Ja, die Russen, das sich richtige Schlawiner. Die Juden haben schon gewusst, wie man sie anpacken muß. Aber ich weiß schon, was man da für eine Politik betreibt. Man will diese Leute für uns gewinnen. Das hätte man aber früher anfangen müssen, und nicht erst jetzt.  Erst haben wir sie massenweise verrecken lassen, und jetzt, jetzt leckt man sich nach jedem alle zehn Finger ab. Das ist eines unserer deutschen Grundübel, daß wir nie eine klare Haltung in Bezug auf Behandlung fremder Völker haben. Ich habe das doch schon die ganzen Jahre beobachten können. Wenn man die Arbeiter, die freiwillig zu uns gekommen sind, seelisch betreut, dann habe ich volles Verständnis dafür.  Aber in Konstanz könnte man doch ohne weiteres das alte Passagekino dafür herrichten. Es fehlt in dieser Beziehung an vielem.
Das ist ja nett von Siegfried, wenn er die Schokolade und die Zahnpasta geschickt hat. Daß Du nun auf meine Äußerung hin gleich auch mir von der Schokolade abgeben musst, das war bestimmt nicht nötig. Da es aber schon einmal so ist, danke ich Dir vielmals dafür. Mich freut es jedenfalls jetzt, daß ich die andere Schokolade Euch geschickt  und nicht selbst verbraucht habe. Denn das wäre doch etwas zuviel für mich allein gewesen. Du bist doch ein lieber Kerl, wie Du Dir das gemerkt hast. Also schon vielen Dank im voraus.            (Keine Unterschrift )

Mein liebster Schatz !                                                                                7.11.43  
        
Das Wetter hat wieder umgeschlagen. Zum Sonntag ist es wärmer geworden, trotzdem ist der Himmel noch bedeckt. Gestern hat es geregnet, zwar nicht sehr viel, aber es war immerhin so, daß man es vermerken kann. Diesen Schwankungen, die ja wieder wesentlich anders sind wie im Osten, muß man sich erst anpassen.  Das ist aber nicht so leicht, denn wir sind nun einmal auf etwas anderes eingestellt. Heute Vormittag habe ich hier Dienst, dagegen hatte ich gestern Nachmittag frei.  Ich bin dann einmal in die Schule gegangen und habe mir den Betrieb angesehen, was geboten wird. Erst habe ich 2 Stunden Geschichte gehört und dann zwei weitere Stunden Staatsrecht. Zum Teil war es ganz interessant, ich denke, daß ich wohl die einigen Abende durchhalten werde, denn diese Kurse erstrecken sich ja immer nur über zwei Monate. Etwas Sprache werde ich wahrscheinlich auch noch belegen, wie ich Dir schon einmal schrieb.  Ich habe das Empfinden, daß einem das nichts schaden kann, denn wenn man nichts tut, verkalkt und versauert man und das ist in meinem Alter noch nicht angebracht; dafür ist später noch erheblich viel Zeit. Es ist nur schade, daß ich gerade jetzt nicht die zweite Prüfung machen bzw. mich darauf vorbereiten kann. Dann würde man doch sehen, daß es wieder ein Schritt weitergegangen ist. Es ist zu schad, daß ich in den vorhergegangen Jahren keine Gelegenheit dazu hatte. Aber auch da hilft kein Jammern, denn diese Zeit ist eben dahin. Mit diesen Kursen sieht man gegenwärtig kein Ziel, das man anstreben kann und das verringert in gewisser Hinsicht das Interesse. Der Unterricht findet hier in der deutschen Schule statt. Die Räume sind sehr sauber und das ganze Gebäude ist sicherlich noch recht neu. Das Programm ist ziemlich reichhaltig, was da so geboten wird. Ich kann es Dir ja einmal mit beifügen, denn das wird Dich sicherlich interessieren.
Von einem Kameraden, der bei meiner vorhergehenden Einheit geblieben ist, erhielt ich auch auf mein Schreiben Nachricht,  es ist der, der mir die Seifenschale besorgen sollte, der schreibt, daß sie sich in einer herrlichen Gegend befinden, etwas schöneres hätte er bisher noch nicht gesehen. Das ist ja die Gegen am Gardasee, wie ich Dir damals in München erzählte. Auch sonst sind sie sehr gut untergebracht, herrliche Hotelzimmer und Badegelegenheit im Freien, wie bei uns hier. Ich muß zwar einschränken, daß es bei uns hier aufgehört hat. Er erinnert dabei, welcher Unterschied das sei zwischen unserer Unterkunft im Osten und dort. Ich hatte doch bei unseren Einsätzen immer ein Zimmer für mich. Damit er nicht mehr in einem solchen Haufen von Kameraden zusammen hausen musste, habe ich ihn immer mit zu mir genommen. Daher liegen unsere Erlebnisse auf der gleichen Linie, ja, wenn man dann heute wieder Wehrmachtsberichte von der Aufgabe der Stadt Kiew liest, dann weiß man, daß wieder ein Stückchen Leben abgegeben. Denn wir sind doch etliche Monate dort gewesen und jetzt ist diese wieder in der Hand der Russen. Es stimmt etwas wehmütig. Ein Anlass zur Befürchtung liegt damit bei weitem noch nicht vor, denn ich vertrete auch die Ansicht, daß wir immer noch in Rußland stehen. Aber wie ich schon oben andeutete, man gibt ein Stück Arbeit auf, das man dort geleistet hat. Geleistet im Interesse für Deutschland. Man hat das schon als deutschen Boden, wenigstens verwaltungsmäßig, betrachtet. Futsch ist es wieder. Na, das hat keinen Zweck, daß wir darüber anfangen zu flennen, wie wissen nicht, was die Führung beabsichtig. Auf alle Fälle wird sie ihre Ziele haben wenn sie auch teilweise in eine gewisse Defensive gedrängt wird.
Post kam gestern nicht von Dir an. Von Deinem Vater erhielt ich noch die bisher fehlenden alten Sendungen. Ich glaube, daß nun bald alles da ist. So kann ich hoffen, daß auch noch Deine beiden Päckchen eintreffen, den Glauben daran gebe ich noch nicht auf.
Vorgestern war ich ja im Kino. Ich hatte mir den Film „Die Sache mit Stimmung“ angesehen. Diesmal konnte ich feststellen, daß ich den Film noch nicht kannte. Das war immerhin eine angenehme Überraschung. Der Film war an sich ganz unterhaltend. Für den Sonntag bleibt nun nichts weiter übrig. Das Theater ist schon ausverkauft. Es wird sich schon etwas finden, was ich heute Abend treibe. Vielleicht erhalte ich heute Mittag Post von Dir, das wäre schön. Nun lasse mich bitte schließen und recht herzlich grüßen und viele Küsse beifügen, die ich Dir in viel Liebe und in Erinnerung an die schönen Stunden in München und speziell an unser Hotel (abends) übermittle. Dein Ernst.

Brief 478 vom 04./05.11.1943


Mein liebste Frau !                                                                        4.11.43 
         
Ich fange mit diesem Brief schon rechtzeitig an. Der Dienst hat noch nicht angefangen, aber meist ist es doch so, daß man unter Tage oft  gestört wird. So geht es am besten. Ob ich das zwar jeden Tag machen kann, daß wird sich ja zeigen. Von dem Brief, den ich gestern erhielt, ist ja nun einiges zu erledigen, was ich mir gleich vornehmen will.  Wie Du schreibst, sind die ersten Strümpfe bei Dir eingetroffen. Das wird eine Freude gewesen sein. Ich danke Dir jedenfalls jetzt schon, daß Du diese Arbeit übernehmen willst. Ich habe gestern wieder einen abgeschickt. Der andere ist noch soweit heitl. Wir werden also damit so eine Art Pendelverkehr einrichten. Ich habe ja noch genügend. Wenn Du Stopfwolle dazu haben willst, dann schicke ich Dir welche dazu, denn die kann ich hier ja verlangen.  Dein Rat, mir eine Flasche Cognac mitzunehmen, war ja sehr gut gemeint, aber ich fürchte, wie Du auch ganz richtig annimmst, daß die Flasche inzwischen schon leer geworden wäre, wenn ich sie einmal angebrochen hätte. Ich habe ja inzwischen welchen erhalten, der übrigens wirklich gut ist. Vor allem, wenn man bedenkt, was für scharfe Getränke uns in Rußland meist gereicht wurden. Sonst kann ich Dir aber versichern, daß ich wieder ganz auf dem Damm bin.  Ja mit den Wanzen ist das hier so eine Sache. Sitze ich da neulich mit einigen Verwaltungsräten im vornehmsten Hotel beieinander. Auf einmal sagt dr eine, was läuft denn da bei ihnen auf dem Kragen? Ich sage noch, das kann höchstens eine Wanze sein. Der eine der Herren nimmt mir das Vieh herunter und tatsächlich ist es eine fette Wanze. Die ganze Gesellschaft ist nicht weiter erschüttert. Man stellt nur allgemein fest, daß in diesem Hotel in den Gasträumen das ab und zu vorkommt.
Deine Kartoffeln hast Du nun inzwischen erhalten. Jetzt hättest Du gewissermaßen alles für den Winter da, was zu bekommen war. Das kann ich mir denken, daß das einen kläglichen Eindruck macht, wenn Du diesmal nicht unsere Horde voll hast. Da musst Du schon sparsam damit umgehen. solange Du noch die anderen Kartoffeln bekommst, die Euch laufend zugeteilt werden, dann geht es ja noch. Von wann ab wird das denn nicht mehr der Fall sein?  Wenn ich dazukomme, werde ich noch einige Heftchen, die ich gelesen habe, wieder an Dich abschicken. Mir liegen sie hier im Wege, denn ich kann mich nicht allzu sehr belasten. Es ist also tatsächlich so, daß sich bei Dir diese Hefte auch schon anhäufen.  Wie Du aus dem beiliegenden Durchschlag siehst, habe ich wieder einmal an unsere Kinder geschrieben. Damit man nicht immer das gleiche macht, habe ich an unsere Helga, wie ich schon ankündigte, in englisch geschrieben. Ich muß sagen, daß mir das viel mehr Arbeit gemacht hat, wie ein anderes Schreiben. Ich kam immer wieder mit dem Französischen ins Gehege, ganz abgesehen davon, daß ich ja schon soviel vergessen habe in den langen Jahren, in denen mir die Übung fehlt. Es ist aber ganz interessant, wenn man einmal diesen Versuch unternimmt. Es sind belanglose Sachen. Aber für den Anfang ist es nicht leicht, bis man das zusammen hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß ich etwas hineingebracht habe, was mit Englisch nichts zu tun hat, das müsst Ihr dann selbst herausfinden. Ein Durchschlag ist ja auch für Dich dabei. Damit Jörg nicht zu kurz kommt, habe ich noch einen anderen Brief geschrieben. Die Zeitungen, die Du am 14.10. abgesandt hattest, habe ich auch erhalten. Ich danke Dir herzlich dafür. Jetzt muss ich schon sehr aufpassen, denn von Deinem Vater gehen immer welche ein, und das muss ich dann tüchtig auseinanderhalten. Lasse es für heute genügen. Morgen schreibe ich dann wieder wie üblich. Recht herzliche Grüße und viele Küsse an Euch alle sendet Dein Ernst.

Mein liebes Ehegespann !                                                                5.11.43  
         
Gegenwärtig kommt die Post ziemlich durcheinander. Während ich schon vor einigen Tagen Deinen Brief vom 30. 10. erhielt, trafen gestern Deine Schreiben vom 23. und 27. 10. ein. Sie scheinen irgendwo liegengeblieben zu sein oder der erste Brief ist mit der Bahn hierher gekommen. Es ist jedenfalls Post von Dir und das freut mich. Herzlichen Dank und ein Kuß dafür. Ich muß aber feststellen, daß es Dir auch nicht anders geht und daß meine Briefe, die auf sebhs Tage entfallen, noch nicht in Deine Hände gekommen sind. Ich denke, daß sich das inzwischen eingerenkt hat, so daß Du mit den letzteren Schreiben wieder auf dem Laufenden bist. Man weiß eben nie genau, wie die Briefe befördert werden, denn auch von hier gehen nicht alle durch die Luftpost ab, wie ich aus den Ankunftszeiten bei Dir entnehmen muß. _ In dem einen Brief kommst Du darauf zurück, daß der Schalter an meinem Radio kaputt ist.  Das stimmt, doch das ist schon eine alte Sache und nach meinem Dafürhalten ohne Belang für das Funktionieren der Lampe. Ich glaube vielmehr, daß der Leitungsdraht von Dynamo zur Lampe oder der Anschluss in der Lampe selbst nicht in Ordnung ist, Ob du das selbst machen kannst, weiß ich zwar nicht, aber nach dem, was ich schon von Dir alles in technischer Hinsicht erfahren musste, wage ich mir keine Zweifel zu haben.  Schließlich wird es gar nicht notwendig sein, daß Du über den Schalter anschließt, sondern Du kannst ja direkt kurzschließen, dadurch müsste es ja auch gehen. Wenn ich zuhause wäre, könnte ich mir das einmal vornehmen. Wenn Du aber nicht willst, dann lasse das sein, denn wenn Du einmal wirklich später ausfahren musst, dann kannst Du ja leihweise Dein Rad von Helga nehmen. _ Aus dem einen Brief muss ich auch entnehmen, daß die geliebte Lotte Geburtstag gehabt hat. Das war mir nicht geläufig, denn ich hätte ihr kurz dazu gratuliert. Aber schließlich muß man ja davon erst einmal unterrichtet werden. Fürs nächste Mal werde ich mir das vormerken. Ich lasse aber davon jetzt nichts verlauten. Von Deinem Vater bzw. von Lotte, die gleich in seinem Namen geschrieben hat, erhielt ich eine Karte vom Besuch bei Leo Krall. Es ist ja nett, daß sie immer daran denken und ich will das auch dankbar anerkenne, aber Du weißt ja, daß wir nie so großes Verlangen nach solchen Anschlüssen haben. Unsere Stellungnahme über das Verhältnis zu Deinem Vater ist ja seit letztem Jahr festgelegt und seither unverändert. Aber in Deinem Brief vom 23. hast Du doch einen mächtigen Schnitzer gemacht. Du schreibst davon, daß Du durch das Schreiben Deines Vaters wieder darauf aufmerksam geworden bist, daß Ernas und Siegfrieds Hochzeitstag war. Dagegen teilst Du mir in Deinem Schreiben vom 20. schon mit, daß Du meinen Brief an Erna erhalten hast und Du nicht weißt, wes Du ihr dazu schreiben sollst. Wie hast Du denn das gemacht, daß Du das so vergessen hast? Es ist ja deshalb keine Staatsaktion nötig, nur das fiel mir so auf, als ich das las.
Über die beiden Schilder, die unsere beiden Rabauken wieder verbrochen haben, habe ich mich gefreut. Man sieht doch, wie sehr sie an Dir hängen und daß sie bestrebt sind, Dir immer wieder einmal eine Freude zu bereiten. Der Film „Peterle“, den Du auf meine Veranlassung gewissermaßen besucht hast, hat Dir ganz nett gefallen, wie Dur mir schreibst. Das ist ja recht so.
Ich war vorgestern wieder im Kino. Ich glaube aber, das ganze Wochenprogramm hat sich diesmal gegen mich verschworen. Es gibt 3 Filme. Zwei davon glaubte ich zu kennen, und den anderen habe ich dann besucht. Als ich dann den Anfang von : Frauen sind keine Engel“ sah, musste ich feststellen, daß ich ihn in Kiew schon gesehen hatte. Um die Zeit am Abend auszufüllen, bin ich schließlich drin geblieben. „Die kluge Marianne“ habe ich schon in München gesehen und den dritten Film glaube ich auch schon gesehen zu haben. Das ist aber nicht welterschütternd.
Unser Mädel hat also schon eine Frau in der Stadt angefahren. Wenn sie nicht daran schuld war, dann ist es ja nicht so schlimm. Aber es zeigt doch immer wieder, daß sie sehr Obacht geben muß. Ich denken, daß sie es von selbst tun wird, denn sie ist ja ziemlich verständig.
Leglers sind ja sehr anhänglich und es ist ganz nett, wenn man immer wieder einmal voneinander hört. Ich weiß nicht, ob ich von mir aus einmal schreibe. Aber das ist ja nun nicht weiter nötig, nachdem ihr immer noch für die Verbindung sorgt. Für den Gruß von Müllers Fritz danke ich jedenfalls. Sonst fühle ich mich soweit wohl. Meine neue Vorsichtsmaßnahme ist die, daß ich jeden Morgen, bevor ich zum Frühstück und zum Dienst laufe, auf den leeren Magen einen kleinen Schluck Cognac nehme.  Bis jetzt hat mir das ganz gut geholfen. Ich will einmal sehen, wie lange der bei dieser Beanspruchung reicht.  Herzliche Grüße und viele liebe Küsse sende ich Dir und den Kinder. Dein Ernst.